Erkältungszeit

Wie können wir unser Immunsystem stärken?

Bereits Anfang November titelte die Bild-Zeitung: „Deutschland liegt flach: Grippe, Corona, Husten, RSV (Respiratorisches Synzytial-Virus) – schlimmste Krankheitswelle seit fünf Jahren.“ Bei ZDFheute heißt es: „Betritt man aktuell eine Arztpraxis, hört man bereits aus dem Wartezimmer: Husten, Niesen und Schneuzen.“ Fast kann man den infektiösen Aerosolnebel spüren, der uns umgibt.

Einer der Gründe für die hohen Zahlen sei der Wegfall der Maskenpflicht, so die Experten. Maßnahmen wie Maskenpflicht, regelmäßiges Händewaschen und Kontaktbeschränkungen hatten in den letzten Jahren dafür gesorgt, dass weniger Menschen an den klassischen Erkältungskrankheiten litten.

Der Anteil der Covid-Fälle beträgt derzeit laut Süddeutscher Zeitung etwa ein Drittel der viralen Infekte. Seinen Schrecken aber habe Corona verloren, betonte Hausarzt Georg Miedl aus Freising in der SZ . Schließlich habe jeder die Möglichkeit, sich durch eine Impfung zu schützen, und auch das Tragen einer Maske bedeute einen Schutz.

Was könnt ihr sonst tun, um gesund zu bleiben? Wie könnt ihr euch vor einer Ansteckung schützen? Wichtig ist vor allem: die Stärkung desImmunsystems. Wie das gelingt, erfahrt ihr hier.

UnserImmunsystem

Unser Immunsystem ist ein hochkomplexes biologisches Netzwerk aus Zellen, Geweben, Proteinen und Organen, das dazu dient, den Körper vor Krankheitserregern und anderen schädlichen Substanzen zu schützen – quasi ein unsichtbares Superheldenteam, das 24/7 arbeitet, um Eindringlinge abzufangen. Es spielt eine Schlüsselrolle bei der Abwehr von Infektionen, der Bekämpfung von Krankheiten und der Aufrechterhaltung der Gesundheit.

Wie funktioniert unser Immunsystem?

Unser Immunsystem besteht aus zwei verschiedenen Systemen, dem angeborenen Immunsystem und dem erworbenen Immunsystem, das sich erst im Laufe des Lebens entwickelt.

Die erste Schutzbarriere des angeborenen Immunsystems ist die Haut, die den Körper vor schädlichen Eindringlingen wie Bakterien und Viren schützt. Aber auch in den Atemwegen oder in Magen und Darm werden Krankheitserreger unschädlich gemacht.

Dringen Krankheitserreger, zum Beispiel über eine Wunde, in unseren Körper ein, wird das angeborene Immunsystem aktiv. Abwehrzellen, die sich überall in unserem Körper befinden, können Krankheitserreger erkennen und spezielle Signalstoffe abgeben. Diese bekämpfen die Erreger oder holen andere Abwehrzellen zu Hilfe, die den Erreger beseitigen.

Das erworbene Immunsystem lernt im Laufe eines Lebens immer mehr Krankheitserreger kennen. Kann das angeborene Immunsytem die Eindringlinge nicht bezwingen, wird der erworbene Schutzschild aktiviert, der nach einigen Tagen spezielle Abwehrkräfte ausbildet.

Das erworbene Immunsystem arbeitet langsamer als das angeborene Immunsystem, hat aber einen entscheidenden Vorteil: Es hat ein Gedächtnis. Es merkt sich einen bestimmten Erreger und kann sofort reagieren, wenn dieser Erreger später erneut in den Körper eindringt.

Der angeborene und der erworbene Schutzschild bilden eine Einheit – unser Immunsystem.

Nähere Infos unter: https://www.stiftung-gesundheitswissen.de/gesundes-leben/koerper-wissen/wie-funktioniert-das-immunsystem

Immunsystem stärken und Erkältungen vorbeugen

Doch wie jedes System, so muss auch unser Immunsystem gehegt, gepflegt und verwöhnt werden. Deshalb sollten wir auf eine ausgewogene, vitaminreiche Ernährung, regelmäßige Bewegung und ausreichend Schlaf achten, möglichst Stress vermeiden und aufs Rauchen und übermäßigen Alkoholkonsum verzichten.

Eine weitere Empfehlung: alte Hausmittel wiederentdecken. Zum Beispiel Holundersirup mit seiner antiviralen Wirkung. In diesem Sommer pflückten viele Menschen eifrig Blütendolden von Holunderbeerbäumen, um ihren eigenen Sirup herzustellen. Im Internet türmen sich Rezepte mit selbst produziertem Holundersirup. Und selbst Getränkehersteller haben die Saftkreation Fliederbeere (wie die Holunderbeere in Norddeutschland oft genannt wird) in ihr Sortiment aufgenommen.

Als Zaubermittel zur Erkältungsvorbeugung erlangt zunehmend auch Manuka-Honig aus Neuseeland Bekanntheit. Kaum ein Lebensmittel soll Bakterien so effektiv bekämpfen wie dieser Honig. Das Superfood hilft nicht nur Entzündungen zu heilen, es stärkt auch das Immunsystem. Für die Maori, die Ureinwohner Neuseelands, gilt der Manukastrauch wegen seiner antibakteriellen Eigenschaften seit jeher als Heilmittel. Früher verwendeten sie Samen, Blätter, Rinde und Wurzeln des Baums, um Wunden zu desinfizieren und Entzündungen zu heilen. Den Manuka-Honig selbst gibt es erst seit Beginn des 19. Jahrhunderts, als die Europäer die Honigbienen auf dem Inselstaat einführten. Auch anderer Honig wird bereits seit Jahrtausenden aufgrund seiner antibakteriellen Eigenschaften als Naturheilmittel genutzt. Hippokrates etwa empfahl Honig schon gegen Fieber und in der ayurvedischen Lehre wird das Gold der Bienen ebenfalls seit langem eingesetzt. Im Vergleich zu anderen Honigsorten hat der neuseeländische Manuka-Honig aber einen außerordentlich hohen Anteil an Methylglyoxal (MGO) – einem Zuckerabbauprodukt mit antibakterieller Wirkung. Je höher diese MGO-Konzentration, desto stärker die Wirkung des Honigs. Supermärkte nutzen den Manuka-Trend bereits seit der Corona-Zeit und verkaufen den Honig relativ günstig, allerdings nur mit einer 100+ oder maximal 250+ Potenz. Ein Effekt hinsichtlich seiner keimtötenden Wirkung bzw. wirksamen Stärkung der Immunabwehr soll aber erst ab 450+ einsetzen. Damit steigt dann leider entsprechend der Preis des vermeintlich flüssigen Golds schlagartig, sodass für ein kleines Glas echten Manuka-Honigs namhafter Hersteller mit 450+ Potenz schon rund 60 Euro berappt werden müssen.

Aber Vorsicht: Manuka-Honig wird oft gefälscht. Der Bayerische Rundfunk rät deshalb, darauf zu achten, ob der Honiganbieter Mitglied im Branchenverband UMFHA ist. Zudem empfiehlt er, auf den Honig großer Hersteller zurückzugreifen.

Auch Ingwer stärkt die Abwehrkräfte

Die gesundheitsfördernde Wirkung des Ingwers wurde durch eine im Februar 2023 veröffentlichte Studie des Leibniz-Instituts für Lebensmittel-Systembiologie an der Technischen Universität München (Leibniz-LSB an der TUM) belegt. Die Studie bestätigt, dass Ingwer die Abwehrkräfte stärkt. Besonders wohltuend bei Kälte ist Ingwertee – einfach ein Stück der Knolle schälen, in Scheiben schneiden, mit heißem Wasser übergießen und ziehen lassen. Schon hat man einen echten Immunbooster!

Aber es muss nicht immer Superfood aus fernen Ländern sein: Auch heimische Produkte bieten Schutz gegen Erkältung. So sind beispielsweise Hagebutten reich an Vitamin C, und auch die Zwiebel ist ein wahrer Tausendsassa und ein bewährtes Hausmittel u.a. gegen Husten, Halsschmerzen und festsitzenden Schleim. Zudem punkten die heimischen Erzeugnisse mit einer deutlich besseren Ökobilanz als weit gereiste Ware.

Auch Vitamin D wird ein positiver Effekt auf unser Immunsystem nachgesagt. Den größten Teil des benötigten Vitamin D produziert der Körper selbst. Dazu ist allerdings UV-B-Strahlung notwendig, die im Winterhalbjahr in unseren Breitengraden nicht ausreichend vorhanden ist. Hilfreich können hier Lampen für die Lichttherapie, zum Beispiel von medisana, sein. Hier geht es zu den medisana-Lichttherapielampen: www.medisana.de/Therapie-Gesundes-Zuhause/Lichttherapie/

Wohlige Wärme gegen Infektanfälligkeit

Immer schön warmhalten, empfahlen schon unsere Großmütter. Recht hatten sie! Bereits simple Maßnahmen wie Füße warmhalten führen oft zu geringerer Infektanfälligkeit. Denn mit kalten Füßen beginnt so manche Störung des Kreislaufs. Das Immunsystem arbeitet nur dann richtig, wenn die Organe ausreichend mit Blut durchströmt werden. Bei Kälte verengen sich die Blutgefäße. Das hat auch Auswirkungen auf die Schleimhäute im Nasen-Rachen-Bereich. Die Durchblutung wird gedrosselt und Erkältungsviren nutzen ihre Chance, setzen sich fest und können sich einfacher verbreiten und vermehren.

Schleimhäute feuchthalten

Im Winter verbringen wir einen Großteil des Tages in Innenräumen. Auch in den eigenen vier Wänden gilt es, sich warmzuhalten. Hilfreich sind hierbei Wärmeprodukte wie Fußwärmer, Kuschelheizdecken, Wärmeunterbetten und Heizkissen u.a. von medisana, mit denen sich mit erschwinglichen Mitteln auf wohltuende Weise gewärmt werden kann. Eine große Auswahl an Wärmeprodukten findet ihr hier: Wärmeprodukte in der Übersicht – online kaufen (medisana.de)

Und noch ein Problem: In der Wohnung ist die Luftqualität aufgrund von trockener Heizungsluft und zumeist unzureichender Lüftung nicht gut. Trockene Schleimhäute in Nase, Mund, Hals, Rachen können aus diesem Grund nicht ihre volle Schutzfunktion entfalten und werden leichter von Erkältungsviren befallen. „Die Immunität an den Schleimhäuten ist das Entscheidende“, sagt der Immunologe Tim Niehues.  Daher wird neben ausreichendem Trinken zur Pflege der Atemwege und zur Vorbeugung von Infektionen das Inhalieren von Sole – also einer Salzlösung – empfohlen, um die Schleimhäute feucht und funktionstüchtig zu erhalten. Übrigens: medisana bietet Inhalatoren zur Behandlung von Atemwegserkrankungen.

Alternativen zur Nutzung von Inhalationsgeräten sind Nasenduschen und Meersalz- oder Meerwasser-Nasensprays. Eine weitere Empfehlung: Bewegung, am besten an der frischen Luft, weil dadurch die Blutgefäße erweitert werden und so die Immunzellen auch in die letzten Ecken des Körpers kommen. Waldbaden und Spazierengehen sind zudem echte Stimmungsaufheller – nicht nur in der dunklen Jahreszeit.

Bleiben Sie gesund!

 

Wichtiger Hinweis:

Unsere Beiträge beinhalten lediglich allgemeine Informationen und Hinweise. Sie dienen nicht der Selbstdiagnose, Selbstbehandlung oder Selbstmedikation und ersetzen nicht den Arztbesuch.

 

Quellen:

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF): www.gesundheitsforschung-bmbf.de/de/infektionen-und-immunsystem-6443.php

Deutsches Zentrum für Infektionsforschung e.V. (gefördert vom BMBF):  www.dzif.de/de/glossar/immunsystem

Bild, https://www.bild.de/ratgeber/2023/ratgeber/woran-liegt-das-zahl-der-atemwegserkrankungen-extrem-hoch-85940314.bild.html

ZDF: https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/erkaeltung-corona-grippe-deutschland-100.html

Süddeutsche Zeitung: https://www.sueddeutsche.de/muenchen/freising/covid-corona-erkaeltungskrankheiten-grippewelle-freisings-apothekensprecherin-ingrid-kaiser-freisings-aerztesprecher-georg-miedl-1.6302119

Stiftung Gesundheitswissen: https://www.stiftung-gesundheitswissen.de/gesundes-leben/koerper-wissen/wie-funktioniert-das-immunsystemmit leicht verständlichem Film, wie unser Immunsystem funktioniert

Frankfurter Rundschau: Neue Studie zeigt: Ingwer kann die Abwehrkräfte stärken (fr.de)

Rundschau für den Lebensmittelhandel, November 2023, Nr. 11

Manuka-Honig: Ein Naturprodukt mit außergewöhnlicher Heilkraft, Detlef Mix

Bayerischer Rundfunk: https://www.br.de/nachrichten/wissen/manuka-honig-superfood-oder-hype,SO2XYch

 

 

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