Gesunde Heilkräuter

30. April 2021

Die Wirkung auf unsere Gesundheit

Die Wirkung auf unsere Gesundheit

Zuletzt haben wir hier ausführlich über gesunde Gewürze geschrieben und dabei so einiges erfahren, zum Beispiel dass Hildegard von Bingen nicht nur für ihre Diät berühmt geworden ist, sondern auch für ihr Fachkunde der Gewürze und deren Wirkung auf unsere Gesundheit.

Auch wissen wir, dass Hildegard von Bingen die erste Kräuter- und Gewürzfee gewesen sein muss, da sie schon im 12. Jahrhundert die Heilkraft von Gewürzen und Kräutern erkundete. Nun wollen wir uns mit den Kräutern beschäftigen, die wir in unserem Garten oder auf dem Balkon anbauen können.

Der Frühling erwacht

Wenn wir früh morgens schon vor dem Hellwerden oder in der Morgenröte vom Hausrotschwanz, dem Rotkehlchen, der Amsel, von der Blau- und Kohlmeise, dem Grünfink und Stieglitz, dem Buchfink und der Nachtigall oder der Drossel geweckt werden, ist der Frühling da und nun sollten wir uns um den Garten kümmern – am besten um den eigenen Kräutergarten. 

Ein Kräutergarten ist ein Garten, der speziell für Küchenkräuter, Würzkräuter oder Heilkräuter angelegt wird. Viele mittelalterliche Klostergärten waren vor allem Kräutergärten, einer davon ist der Apothekergarten im Kloster Lorch in Baden-Württemberg. Hinter dem gotischen Rathaus in Aachen ist heute noch der Kräutergarten von Karl dem Großen, Karlsgarten genannt, zu bewundern.

Kräuter gehören zu den pflanzlichen Lebensmitteln

Dass Kräuter gesund sind, stellt wohl niemand infrage. Schnittlauch, Thymian, Petersilie, Dill, Kresse, Rosmarin, Bockshornklee, Salbei, Estragon, Kerbel, Cayennepfeffer, Zitronen-melisse, Pfefferminze und Majoran enthalten hohe Mengen an Vitaminen und Mineralstoffen, für die unser Körper sehr dankbar ist.

Kräuter sorgen nicht nur für eine Geschmacksvielfalt auf unseren Tellern, darüber hinaus sorgen bestimmte Farbstoffe, wie etwa Flavonoide für den Schutz des Immunsystems und können die Zellen schützen. Durch Bitter- und Scharfstoffe wird der Magen-Darm-Trakt angeregt und einige Komponenten ätherischer Öle können sogar gegen Viren und Bakterien wirken. 

In früheren Jahrhunderten haben schon die sogenannten Kräuterhexen Salben, Tees und Tinkturen aus Kräutern hergestellt. Und tatsächlich schützen viele Kräuter oft sogar besser als Obst.

Welche Wirkung haben Kräuter auf die Gesundheit?

Ein Alleskönner unter den Kräutern ist der Rosmarin. Er gilt als stärkende Heilpflanze. Er wirkt bei zu niedrigem Blutdruck und reguliert den Darm und den Magentrakt. Auch soll er gegen Erschöpfungszustände helfen. Im Garten angebaut, wird er bis zu zwei Meter hoch und liebt ein sonniges Plätzchen. 

Der Rosmarin verträgt sich im Garten außerordentlich gut mit anderen Kräutern wie Salbei, Oregano, Lavendel und Oregano, Fenchel, Lauch, Kamille und Kümmel außerdem begünstigt er das Wachstum von Basilikum.

Vielen gilt die Brennnessel als Unkraut, andere sehen in ihr die potenteste Heilpflanze unter den Kräutern. Die Brennnessel wirkt harntreibend, blutreinigend und blutzuckersenkend. Vor allem bei Harn-, Nieren- und Gelenkbeschwerden und zur Anregung des Stoffwechsels. Die Brennnessel lässt sich als Tee zubereiten oder man macht einen Brennnessel-Salat daraus. Pflücken sollte man die Blätter mit Handschuhen und am besten nur die jungen Triebe. Die Brennnessel ist reich an Vitamin C und Mineralien. Zubereiten kann man sie mit Olivenöl, Zitronensaft, oder mit Joghurt. Die Brennnessel, deren Samen als Superfood angepriesen werden, enthält mehr Vitamin C als Zitrusfrüchte.

Basilikum gehört in jeden Kräutergarten, denn es wirkt antibakteriell, verdauungsfördernd, krampflösend, stärkt das Immunsystem, wirkt auf Magen und Darm und lindert sogar durch Arthrose verursachte Entzündungen. 

Das schmackhafte Gewürzkraut passt zu Antipasti, Salaten, Mozzarella, Frischkäse, Ziegenkäse, Pasta, Bruschetta und auf die Pizza. Der Verwendung sind kaum Grenzen gesetzt. Vor allem bringt es die typische mediterrane Note an viele Gerichte. Zudem hat Basilikum viele Mineralstoffe wie Kalzium, Kalium und Magnesium. Es enthält das Vitamin A und Vitamine der B-Gruppe.

Die Pfefferminze, vor allem in Form des Pfefferminztees, ist auf der ganzen Welt verbreitet. Die frischen Blätter aus dem Kräutergarten lindern Erkrankungen der Atemwege, helfen bei Verdauungsproblemen und bei Erkältungen, wirken zudem krampflösend und entblähend. Die medizinische Wirkung der Minze verdanken wir ihrem Öl, dem Menthol. 

Pfefferminztee hat vor allem am Abend eine beruhigende Wirkung. Das in der Kräutermedizin dank der schmerzstillenden Inhaltsstoffe sehr beliebte Heilkraut wirkt bei Magen-Darm-Beschwerden und regt den Appetit an. Nur Menschen mit Gallen- und Leberschäden und entzündeten Schleimhäuten ist von Pfefferminzöl und –tee abzuraten.

Mit dem typischen Geschmack der Minze lassen sich Desserts, Sommergetränke und Salate hervorragend würzen. Im Garten benötigt die Minze einen sonnigen bis halbschattigen Standort und einen nährstoffreichen, feuchten Boden, also immer fleißig gießen.

Der Salbei, schon seit dem Altertum als Heilpflanze bekannt, wird nicht nur in der Küche, sondern auch in der Medizin geschätzt. Wichtig ist nur: Es muss der Echte Salbei (Salvia officinalis) sein. Als entzündungshemmendes und reinigendes Kraut ist er ein bewährtes Mittel bei Entzündungen im Mund-Rachen-Raum, das desinfizierend wirkt. Bei Magenschmerzen und Menstruationsbeschwerden soll der Salbeitee zum Beispiel eine entspannende Wirkung haben und entkrampfen.

Der Salbei ist auch eine Vitamin- und Mineralstoff-Bombe, er enthält viel Vitamin C und Vitamin B3. Aufgrund seiner recht starken Würzkraft sollte Salbei eher vorsichtig und sparsam dosiert werden, er eignet sich hervorragend zum Würzen von Fleisch, Fisch- und Gemüsegerichten und harmoniert gut mit anderen Gewürzen, wie beispielsweise Knoblauch, Thymian oder Estragon. 

Im Garten bevorzugt der Salbei ein ganztägig sonniges Plätzchen. Notfalls toleriert er auch den Halbschatten, unter einer Bedingung: Es muss warm sein.

Die Zitronenmelisse gilt als Seelenkraut, weil sie stark nach Zitronen duftet, wird sie Zitronenmelisse genannt. Sie kommt bei Schlafstörungen, Nervosität, depressiven Verstimmungen zum Einsatz, wirkt beruhigend, angstlösend und kann auch Verdauungsbeschwerden lindern. 

Zitronenmelisse passt in der Küche gut zu Fisch, Wild, Salat, Geflügel und Quark. Die getrocknete Zitronenmelisse lässt sich auch als Tee, für Salben und zu Kräuterwein verarbeiten. Als Tee eingenommen, hilft sie bei Krämpfen, nervösen Magenstörungen, Durchfall und Blähungen. Auch sind die Inhaltsstoffe der Zitronenmelisse schleimhautschützend und entzündungshemmend.

Zitronenmelisse bevorzugt viel Licht und Platz im Garten, damit sie sich gut entfalten kann. Ein sonniger bis halbschattiger Standort auf lehmigem und nährstoffreichem Boden ist ihr am liebsten.

Beim Dill denkt man zunächst eher an den guten Geschmack und weniger an die Gesundheit. Dabei ist er eine uralte Gewürz- und Arzneipflanze. Der Dill enthält zahlreiche Vitamine und auch Mineralstoffe wie Natrium, Kalzium und Kalium.

Als Heilpflanze wirkt Dill bei nervösen Störungen, Schlafproblemen, auch wirkt er krampflösend und magenwirksam. Besonders das ätherische Öl des Gartendills ist besonders reich an Carvonöl, dabei verwendet man nicht das Kraut, sondern die Samen (Dillfrüchte), nur diese werden medizinisch verwendet. 

Der Dill ist in der Küche vielfältig einsetzbar, er passt hervorragend zu Salaten, Suppen, Käsegerichten, Soßen, Fischgerichten, zu Kürbisgemüse, grünen Erbsen, zum Kräuterdressing und eingelegtem Gemüse und nicht zu vergessen zur Gewürzgurke. Der Dill verströmt in eurem Garten einen aromatischen Duft und erreicht Wuchshöhen von 30 bis 75 Zentimetern. Der Gartendill ist, was den Boden angeht, wenig anspruchsvoll, nur verdichtete Böden und Staunässe mag er nicht. 

Auch der Bockshornklee ist eine Heil- und Gewürzpflanze für euren Garten. Besonders geschätzt ist sie bei Liebhabern der asiatischen Küche. Die beliebte Heil- und Gewürzpflanze ist zudem sehr aromatisch. Vor allen bei indischen Curry-Gerichten kommt der Bockshornklee voll zum Einsatz.

Die Samen werden gerne zum Würzen von Rind, Lamm und Schwein verwendet. Aber auch zum Verfeinern von Gemüse, Suppen und Eintöpfen werden sie gerne genommen. Mit den Sprossen der Pflanze lassen sich Salate bestens verfeinern. Der Bockshornklee mag es trocken, sonnig und gut geschützt, der Boden sollte leicht feucht, aber nie zu nass sein.

Die Pflanze ist reich an wertvollen Mineralien und Enzymen mit einem hohen Eisen- und Kalziumanteil. Bockshornklee kann helfen bei Bluthochdruck, Magen-Darm-Beschwerden, Leberschäden, Bronchitis, Rheuma, Krampfadern und Halsschmerzen. Schon Hildegard von Bingen rühmte seine hervorragende Wirkung als Hausmittel bei vielerlei Gebrechen. Wer mehr über den hierzulande kaum bekannten Bockshornklee wissen will, kann es hier lesen. Und das könnt ihr uns glauben, ihr werdet erstaunt sein.

Eine der meisten Kräuterpflanzen, die hierzulande auf unseren Tellern liegt, ist der Schnittlauch, dieser ist als Heilpflanze aber so gut wie in Vergessenheit geraten. 

Der Schnittlauch hat fast alle Mineralstoffe und Spurenelemente, die wir brauchen. Er ist reich an Eisen, wirkt schleimlösend, antibakteriell und harntreibend. Sein hoher Gehalt an ätherischen Ölen, wie den Senfölen, wirkt daher bakterienhemmend und blutdrucksenkend. 

Im Altertum war der Schnittlauch schon eine beliebte Heilpflanze, die es wiederzuentdecken gilt, denn schon die Chinesen sollen ihn als Juwel der Gemüsepflanzen bezeichnet haben. Sie verwendeten ihn zum Kochen und Heilen.

Bemerkenswert ist der hohe Vitamin C-Gehalt, der höher liegt als bei Äpfeln. 100 g Schnittlauch enthalten so viel Vitamin C wie ein Kilo Äpfel, und sind super gesund. DerSchnittlauch passt zu fast allen herzhaften Gerichten. Der Klassiker ist wohl der Schnittlauch im Kräuterquark und der Kräuterbutter, auf dem Rührei, auf Dips oder in der Kartoffelsuppe und im Kartoffelsalat. Auch an Tomaten oder Salat macht der Schnittlauch eine gute Figur. Des Weiteren könnt ihr Kräuter wie Salbei, Oregano, Thymian und viele weitere Heilkräuter wie, Bärentraubenblätter, Beinwell, Birkenblätter, Blutwurz, Boldo, und Borretsch in eurem Garten anbauen.

Aus Kräutern lassen sich Tee, Tinktur, Kräuteröl, Kräutersalbe, Kräuterpulver, Kräuteressig und Kräutersirup herstellen. Das Beste dabei, ihr braucht nicht unbedingt einen Garten, die meisten Pflanzen lassen sich in Kübeln auch auf eurem Balkon anbauen.

So, und nun ab in den Garten und bleibt gesund!