Herbst-Winter-Depression

11. Dezember 2019

Wie Sie dem Herbstblues entkommen!

Nicht alle Menschen lieben die Kälte und die nasse, dunkle Jahreszeit. Zu wenig Licht, sinkende Temperaturen und schon geht die Stimmung in den Keller. Ja, den Herbstblues gibt es wirklich. Die dunkle Jahreszeit kann sehr stark auf das Gemüt schlagen. Stimmungsschwankungen gehören aber nicht zu dem Erscheinungsbild einer Depression und können ganz normale Ursachen haben. Wichtig ist, der Herbstblues kann zu einer Depression führen, aber man kann ihn nicht mit einer Depression gleichsetzen.

Wenn die Stimmung im Herbst kippt

Das Jahr neigt sich dem Ende zu und nicht Wenige neigen dann zum Grübeln. Was hätte man nicht alles besser machen können, was hat man verpasst, wie sieht es mit der Liebe aus, gefällt einem noch seine Arbeit, hat man sich genug um seine Freunde gekümmert? Auch Gefühle wie Einsamkeit, Verlassenheit und Verlorenheit kommen in dieser Jahreszeit häufiger vor.

Ja, so einiges geht einem in der dunklen Jahreszeit durch den Kopf. Man sollte sich aber nicht nur mit negativen Gedanken beschäftigen, wer zu negativ denkt, kann nichts Positives bewirken und noch weniger erwarten. Am besten ist es, düstere Gedanken erst gar nicht aufkommen zu lassen. Aber wie soll man sich am Ende des Jahres aus diesem Loch befreien?

Dabei hat der Herbstblues sehr viel mit Licht zu tun. Die Diagnose hinter dem Herbstblues nennt sich Seasonal Affective Disorder, „saisonal abhängige Depression“ kurz SAD. Laut der Verbraucherzentrale wird für die Entstehung einer SAD in erster Linie der Lichtmangel in der Zeit von November bis Februar verantwortlich gemacht.

Man sollte also möglichst viel Tageslicht tanken. Auch im Herbst und Winter scheint die Sonne noch ausreichend, deshalb empfiehlt es sich, regelmäßig einen Spaziergang bei Tageslicht zu machen. Wer nicht genug Sonnenlicht erhält, kann auf eine Lichttherapie zurückgreifen. „Viele Studien weisen darauf hin, dass die Lichttherapie besonders bei saisonal bedingten Depressionen wirkt“, erklärt die Stiftung Deutsche Depressionshilfe auf ihrer Webseite.

Die Lichttherapie kann helfen

Bei einer Winterdepression werden mit der Lichttherapie sehr gute Erfolge erzielt, dabei sollte eine Lichttherapie-Lampe eine Lichtstärke von mindestens 2500 Lux haben. Biologisch betrachtet geht es um eine erhöhte Produktion des Schlafhormons Melatonin und die wird durch Lichtmangel hervorgerufen. Gleichzeitig wird die Ausschüttung des stimmungsaufhellenden Botenstoffs, des Glückshormon Serotonin, zurückgefahren. Die gute Nachricht lautet: 90 Prozent der Beschwerden einer Herbst-Winter Depression verschwinden von alleine wieder.

Die richtige Ernährung hebt die Stimmung im Herbst und Winter

Vitamine gegen Depressionen, den Herbst- und Winterblues. Die Vitamine der B-Gruppe sind äußerst wichtig für die Funktion des Gehirns, da Vitamin-B6-Mangel und depressive Verstimmungen oft zusammen festgestellt wurden. Vitamin B6 befindet sich im Gemüse, besonders in Karotten und Kartoffeln, im Vollkorngetreide, in Nüssen, Hülsenfrüchten, Fisch und Fleisch. Ein Mangel an Vitamin B6 zeigt sich an chronischer Erschöpfung, Leistungsschwäche, Müdigkeit und Konzentrationsschwierigkeiten. Auch Grünkohl, Bananen, Datteln, Feigen und viel frisches Gemüse und Obst sowie Vollkornprodukte haben laut der Verbraucherzentrale nach Untersuchungen gezeigt, dass diese Lebensmittel die Stimmung anheben können. Zudem ist es nicht verkehrt, in den Wintermonaten Vitamin D als Nahrungsergänzung zu sich zu nehmen, welches wir sonst in den Sommermonaten problemlos durch die Sonnenstrahlung über unsere Haut aufnehmen.

Also nicht Trübsal blasen, sondern dem Herbst und Winterblues ein Schnippchen schlagen

Damit auch in der dunklen Jahreszeit Sommer in der Seele herrscht, sollte man für viel Abwechslung sorgen. Bewegung ist ein sehr wirksames Antidepressivum. Jede Art von Sport verbessert die Stimmung, am besten an der frischen Luft. Joggen, Fahrradfahren, Spazierengehen hellen besonders am Morgen die Stimmung auf, und die frische Luft hilft auch gegen depressive Verstimmungen. Ein regelrechter Stimmungsmacher ist Musik. Mit Musik kann man sich gleichermaßen beruhigen und beleben. Also, die Lieblingsmusik vertreibt ganz schnell den Winterblues und hebt bestimmt die Stimmung.

Wer unter Stimmungsschwankungen leidet, sollte nicht allzu oft alleine bleiben. Alleine auf der Couch hilft ganz bestimmt nicht, dem Trübsal zu entgehen. Glücksgefühle entstehen durch soziale Kontakte. In der kalten Jahreszeit sollte man sich öfter mit Kollegen und Freunden treffen und Familienangehörige besuchen. Gemeinsamen Erlebnisse sorgen für gute Laune, man kommt auf positive Gedanken und die Glückshormone lassen Depressionen und Verstimmungen gar nicht erst aufkommen.

Glück durch Zweisamkeit

Kraft, Energie und Lebenszufriedenheit bringt auch die Zweisamkeit. Es muss also nicht immer die Gruppe sein, die hilft, dem Herbst und Winterblues zu entgehen. Machen Sie früher Feierabend und verbringen Sie mehr Zeit mit Ihrem Partner. Gerade in der dunklen Jahreszeit kann man bei einem Gläschen Wein herrliche Gespräche führen und das macht bestimmt glücklich.

Den Herbstblues sollte man aber nicht auf die leichte Schulter nehmen. Spätestens 14 Tage nach Beginn einer depressiven Verstimmung sollte der Hausarzt aufgesucht werden, denn unbehandelt verschwinden Depressionen nicht. Nur der Arzt kann beurteilen, ob psychologische Hilfe erforderlich ist. PS: Dieser Artikel kann einen Arztbesuch nicht ersetzen, da er nur allgemeine Hinweise, aber keine Behandlungsempfehlungen gibt.