Neujahrsvorsätze

26. Januar 2021

Wie man sie einhalten kann

Wie man sie einhalten kann

Nachdem nun klar ist, dass es in diesem Jahr keine Neujahrsempfänge geben wird, können wir uns den guten Vorsätzen widmen, die wir uns ja wie immer am Anfang des Jahres vornehmen. Die Definition im Wörterbuch zu Neujahrsvorsatz lautet:

Ein Vorsatz, den man am Neujahrstag zu einem Projekt oder einer Gewohnheit macht, oft eine als positiv angesehene Änderung des Lebensstils, die das ganze folgende Jahr andauern soll. Das ganze folgende Jahr? Das schauen wir uns erst mal genauer an.

Da ist der Wunsch groß, aber wie sieht es mit der Realität aus? Laut einer Statista-Umfrage bricht nur jeder Fünfte keine guten Vorsätze für das nächste Jahr. Bei 27 Prozent der Befragten halten diese immerhin mehr als zwei Monate. Bei der Mehrheit der Menschen, insgesamt 36 Prozent, halten die Vorsätze aber nur zwischen einem Tag bis hin zu einem Monat.

Und ganz traurig: 3 Prozent der Befragten halten die guten Vorsätze nur wenige Stunden durch, immerhin 6 Prozent für einen Tag, weitere 6 Prozent schaffen es gerade eine Woche, aber immerhin schaffen es 24 Prozent zwei Wochen bis einen Monat.

Da könnte man meinen, dass bei diesen Zahlen Oscar Wilde recht hat: „Gute Vorsätze sind nutzlose Versuche in wissenschaftliche Gesetze einzugreifen. Ihr Ursprung ist pure Eitelkeit. Ihr Resultat ist gleich null“ (Oscar Wilde). Ehrlich gesagt, macht es wenig Sinn, sich in der guten Silvester-Laune etwas vorzunehmen, was man nicht einhalten kann oder will. Es ist also so eine Sache mit den Neujahrsvorsätzen und deren Umsetzungen.

Laut Umfragen wollten Anfang 2020 die Hälfte aller Deutschen im neuen Jahr weniger Zeit in den sozialen Medien verbringen, das hat Corona jedoch zunichte gemacht. Stress zu reduzieren, stand mit 67 Prozent als einer der häufigsten Vorsätze für das Jahr 2020 auf der Liste, ob das im Corona-Jahr gelungen ist, darf auch bezweifelt werden.

64 Prozent hatten sich für 2020 vorgenommen, das Klima zu schonen. Das dürfte sogar gelungen sein, wenn auch nicht ganz freiwillig, da die Bewegungsfreiheit stark eingeschränkt war. Das Problem mit den guten Neujahrsvorsätzen ist ja, dass sie nicht verbindlich sind, man hat dazu ja keinen Vertrag abgeschlossen. Was soll denn schon passieren, wenn man es wieder mal nicht geschafft hat, seine Neujahrsvorsätze einzuhalten? Es droht ja Gott sei Dank keine Strafe. Es kommt also auf eure Disziplin an.

Neu auf der Liste, weniger konsumieren

Weitere beliebte Vorsätze sind: gesündere Ernährung, weniger Alkohol, mehr Bewegung und Sport, endlich abnehmen, ausreichend schlafen, mehr Zeit für Familie, Freunde und für sich selbst aufbringen und das darf natürlich niemals fehlen: Mit dem Rauchen aufhören und, ganz neu in der Liste, weniger konsumieren.

Und dann gibt es noch zahlreiche Mitmenschen, die sich vornehmen, jeden Monat ein Buch zu lesen, einen Job zu finden, der sie erfüllt, oder die sich selbst neu erfinden wollen.

Nur ist es doch so, für gute Vorsätze braucht man nicht unbedingt den Jahresbeginn, sondern eher Disziplin. Damit eure Pläne nicht auf der Strecke bleiben, wählen wir einen anderen Ansatz:

Klare Ziele setzen ist besser als jeder Vorsatz

Diese Ziele sollten nicht übertrieben ausfallen, da sie euch womöglich stressen oder demotivieren. Wenn die Ziele zu hochgesteckt und schwierig zu erreichen sind, ist der Erfolg schnell zum Scheitern verurteilt. Die eigene Lebensweise zu überdenken, ist aber schon einmal ein guter Ansatz.

Hier bahnt sich was Großes zum Neuen Jahr an

Zum Thema Konsumreduktion gibt es erfreuliche Meldungen: Hemmungsloser Konsum ist passe. Für 70 Prozent der Deutschen sind ethische Kriterien inzwischen fester Bestandteil der Kaufentscheidung geworden. 20 Prozent geben sogar an, seit der Corona-Krise noch bewusster nach ethischen Kriterien einzukaufen. Das sind zwei Ergebnisse der fünften Trendstudie zum Ethischen Konsum, die die Otto Group jetzt veröffentlicht hat.

Das liegt wohl auch daran, dass 70 Prozent der Befragten inzwischen ernsthafte Schwierigkeiten auf Mensch und Umwelt zukommen sehen, sollte der ungezügelte Konsum so weitergehen. „Die Frage, ob unsere Art zu leben und zu wirtschaften korrigiert werden muss, wird immer lauter gestellt„, fasst Alexander Birken, Vorstandsvorsitzender der Otto Group, zusammen. „Dies zumindest bestätigen die Ergebnisse der vorliegenden fünften Trendstudie.

Dazu passt auch, was wir schon im letzten Jahr berichtet hatten, dass ein großer Teil der Bevölkerung plötzlich begonnen hat, über sich und den eigenen Lebensstil nachzudenken. Die Menschen wollen, so ihre Aussagen, bewusster und bescheidener leben, mit Maß konsumieren und sich mehr um ihre Gesundheit kümmern.

Neun von zehn Deutschen achten jetzt darauf, gesund und fit zu bleiben. Gesundheit lässt sich immerhin etwa zur Hälfte durch den Lebensstil beeinflussen. Die Konzentration auf die Gesundheit löst damit die bisher dominante Ausrichtung auf den Konsum ab.

Das hört sich wirklich gut an. Wir wollen euch anhand zweier Beispiele nun zeigen, wie man seine Vorsätze umsetzen kann und so sein Ziel erreicht.

Wie kann ich 2021 tatsächlich einmal abnehmen?

Das leidige Thema, endlich abnehmen, steht alljährlich auf der Liste der guten Vorsätze. Jeder zweite ist weiterhin zu dick, doch laut einer Forsa-Umfrage von Anfang 2020 wollten „nur“ 36 Prozent abnehmen. Bei den meisten ist das 2020 fehlgeschlagen.

Ein Beispiel: Du willst unbedingt weniger und gesünder essen sowie abnehmen? Sich zu quälen und ganz auf Nahrung zu verzichten, ist dabei der falsche Weg. Überprüfe erst einmal deine Essgewohnheiten! Wo und wie du kaufst du ein? Regional und saisonal? Was hältst Du von veganer Ernährung?

Zum Abnehmen empfehlen wir weiterhin die 16:8-Methode, die wir schon mehrfach vorgestellt haben. Zu Erinnerung: zwischen der letzten Mahlzeit des Vortages und der ersten Mahlzeit des Tages liegen 16 Stunden. In den acht Stunden, in denen man essen darf, werden zwei Mahlzeiten zu sich genommen. Ihr müsst also nicht hungern.

Nur solltet ihr nichts übers Knie brechen. Fangt langsam an, am besten mit einem Tag in der Woche und steigert in der darauffolgenden Woche auf zwei Tage und später auf drei Tage usw. Das Ziel dieser Methode ist eine langfristige Gewichtsreduktion, und wenn ihr das in kleinen Schritten macht, werdet ihr vielleicht zum ersten Mal tatsächlich abnehmen.

„Ich möchte abnehmen“ ist ein Vorsatz, aber noch keine konkrete Zielvorgabe. Ein Ziel wird erst dann daraus, wenn ihr klar formuliert, wie viel Kilo in welcher Zeit ihr abnehmen wollt, und das auch ständig überprüft. Beispiel: Bis zum Sommer nehme ich sieben Kilogramm ab.

Sport steht auch 2021 wieder ganz oben auf der Liste

Mit 57 Prozent steht mehr Bewegung und Sport ganz oben auf der Liste der guten Vorsätze. Nur: Mehr Sport treiben, ist auch kein Ziel. Vor der Zielsetzung gilt es, erst einmal zu klären, will ich mit körperlichen Aktivitäten abnehmen, fit bleiben oder fitter werden.

Sport zu treiben, ist selbstverständlich ein guter Vorsatz, denn Sport beugt Krankheiten vor und macht dazu ein wenig glücklich. Natürlich stellt sich auch immer die Frage, wieviel Bewegung tut mir gut, und welche.

Die Auswahl der Sportart ist dabei ganz individuell; die einen steigen gerne aufs Rad, andere bevorzugen Ausdauersport und Krafttraining, manche mögen Yoga, und viele wollen gerne nur spazieren gehen oder joggen.

Völlig unrealistische Vorsätze

Leider ist es so, dass auch diese lobenswerten Vorsätze schnell den Bach runtergehen. Das hat seine Gründe. Nehmen wir einmal an, ihr nehmt euch vor, im neuen Jahr jeden Monat mindestens 60 Kilometer zu laufen. Bevor man sich das vornimmt, sollte man erst einmal überlegen.

Denn ihr müsstet jede Woche 15 Kilometer laufen, das schafft nur ein geübter Läufer. Zweitens, schafft ihr das an einem Tag, oder braucht ihr für die 15 Kilometer zwei oder gar drei Tage, und habt ihr überhaupt die Zeit dazu? Wenn man sich diese Fragen stellt, weiß man schnell, dass der Vorsatz zu ambitioniert und völlig unrealistisch ist.

Wer sich zum Beispiel vornimmt, zweimal die Woche laufen zu gehen, scheitert meist auch, weil zweimal die Woche nicht zur Gewohnheit wird. Um dein Ziel zu einer Gewohnheit zu machen, müsstet ihr mindestens 30 Tage am Stück täglich laufen. Wenn es nicht zur Gewohnheit wird, landet ihr schneller als euch lieb ist, wieder auf der Couch und die Sportschuhe im Keller.

Unser Ratschlag lautet, fangt mit kleinen Einheiten an, die ihr einhalten könnt. Überfordert euch nicht, ansonsten verliert ihr schnell die Lust, und mit dem guten Vorsatz wird es auch 2021 nichts!

Wir wünschen euch, dass ihr die wichtigsten Ziele, die ihr euch für 2021 vorgenommen habt, erreichen werdet. Das allerwichtigste Ziel sollte 2021 lauten: „Gesund bleiben“.

Alles Gute für 2021 wünscht euch euer medisana-Gesundheits-Blog.