Die Kraft der Zuversicht

5. März 2021

Leben Optimisten länger und gesünder?

Leben Optimisten länger und gesünder?

Nicht nur, dass sie länger leben und gesünder sind, sie haben mehr Freunde, sind leistungsfähiger und sie haben glücklichere und erfülltere Beziehungen als Pessimisten. Der Frühling kommt und sollte die Corona-Krise eines Tages Geschichte sein, können wir alle aufatmen. In Zeiten der Pandemie muss man einfach ein Optimist bleiben. Uns erinnert das tatsächlich an die Romanfigur Jakob Formann des österreichischen Autors Johannes Mario Simmel, der 1978 den Weltbestseller „Hurra wir leben noch“ schrieb.

Ebendieser Jakob Formann hatte einen starken Überlebenswillen. Er kam aus ärmlichen Verhältnissen und überlebt den Zweiten Weltkrieg an der Ostfront.

Nach seiner Kriegsgefangenschaft und der Rückkehr nach Österreich gelang ihm in den turbulenten Jahren der Nachkriegszeitein sensationeller sozialer Aufstieg, der ihn an die Spitze der Gesellschaft brachte. Die Romanfigur wird mit viel Optimismus zu einem der erfolgreichsten, bekanntesten und wohlhabendsten Männern der 1950er Jahre

Die unbändige Lebenslust der 50er Jahre

„Und mit der Wildheit eines Stieres… ach, welch Wonne, ach, welches Glück… Das Schönste auf der Welt war und ist und wird zu allen Zeiten bleiben: das da! Und vor. Und zurück. Jakob Formann in der ersten Szene, Johannes Mario Simmel: Hurra, wir leben noch“ Droemer Knaur, 1978.

Drei Millionen haben den Roman gelesen und waren begeistert. Für Jakob Formann war das Glas nie halb leer, sondern immer halb voll. 1983 wurde „Hurra wir leben noch“ von Peter Zadekunter dem Titel „Die wilden Fünfziger“ verfilmt. In den Hauptrollen Juraj Kukura als Jakob Formann, Peter Kern als Franz Arnusch und Christine Kaufmann als Natascha.

Genau diesen Optimismus und die Zuversicht der 50er Jahre nach schweren Zeiten können wir alle im Jahr 2021 gut gebrauchen. Hurra, wir leben noch!

Nun ist es so, dass wir alle einige schwere Wochen und Monate hinter uns haben, die manche von uns schwer gebeutelt haben. Das ist aber kein Grund, den Kopf hängenzulassen. Positive Taten setzen eine positive Einstellung voraus, sagte schon der Dalai Lama.

Schauen wir einmal, was Wikipedia zum Optimismus zu vermelden hat: „Optimismus (von lat.: optimum, „das Beste“) ist eine Lebensauffassung, in der die Welt oder eine Sache von der besten Seite betrachtet wird.“

Der Begriff bezeichnet allgemein eine heitere, zuversichtliche und lebensbejahende Grundhaltung sowie eine zuversichtliche, durch positive Erwartung bestimmte Haltung angesichts einer Sache hinsichtlich der Zukunft. Ferner bezeichnet Optimismus eine philosophische Auffassung, wonach die Welt die beste aller möglichen Welten ist, in der Welt alles gut und vernünftig sei oder sich zum Besseren entwickeln werde“. 

Kann man Optimisten erkennen?

Wie erkennt ihr überhaupt einen richtigen Optimisten unter euch? Es sind die Menschen, die immer mit dem Allerbesten rechnen. Darüber hinaus erkennt man sie an ihren Aussagen, wie: „Das kriegen wir wieder hin”, „das ist kein Problem” oder „das wird schon”, „das ist alles nicht so schlimm, wie es aussieht“, „man soll die Hoffnung nie aufgeben“, „morgen wird ein besserer Tag“. Wenn ihr also Menschen begegnet, die diese Redewendungen häufig verwenden, dann steht ganz bestimmt ein Optimist vor euch.

Dazu passt ein altes deutsches Sprichwort: Ärgere dich nicht, dass die Rosen Dornen haben, sondern freu‘ dich, dass die Dornen Rosen haben.

Der Optimist ist eine lebensbejahende Persönlichkeit

Man kann also sagen, der Optimist sieht die Dinge oder das, was auf ihn zukommt, generell in einem positiven Licht, und er verwendet eine positive Sprache. Auch freut er sich über die kleinen Dinge des Lebens und hat ein positives, gutes Gefühl für seine und die Zukunft anderer. Das kann man sogar erlernen. 

Nur wer positiv denkt, zieht auch Positives an. Ein universelles Gesetz, mithin eine der ältesten Theorien sagt, positive Einstellungen und Gedanken zögen positive Dinge an oder auch Gleiches zieht Gleiches  an. Der römische Kaiser Marcus Aurelius schrieb schon:

„Das Glück deines Lebens hängt von der Beschaffenheit deiner Gedanken ab.“ Und Henry Ford sagte: „Egal, ob du denkst, du kannst es,oder du kannst es nicht, du wirst recht behalten.“ Die Anhänger des Gesetzes verstehen es als universelles Prinzip, das zu „jedem Zeitpunkt“, für „jeden Menschen“, „jedes Gefühl“ und „jeder einzelne Gedanke“ gültig sein soll.

Das Ganze hat auch seinen Umkehrschluss. Das Gesetz der Anziehung unterscheidet nicht, wie es schon Henry Ford ausgedrückte hat, zwischen positiven und negativen Gedanken. Sprich: Wer negativ denkt, wird auch Negatives hervorrufen. So das Gesetz.

Leben Optimisten länger und gesünder?

Dass Optimisten glücklicher sind als Pessimisten, sollte nicht wundern, aber kann man das auch belegen? Forscher haben nun eindeutig belegt, dass Optimisten nicht nur die glücklicheren Menschen sind, sie sind auch gesünder und leben länger als Pessimisten. Sie essen mehr Vitamine, weniger Fett und treiben mehr Sport.

US-Forscher haben in einer Studie nachgewiesen, dass Optimisten eine größere Chance haben, älter zu werden als Pessimisten. Menschen mit einer positiven Lebenseinstellung haben gute Aussichten, 85 Jahre und älter zu werden. 

Die Chance, 85 oder älter zu werden, war bei der Gruppe der stärksten Optimistinnen um 50 Prozent größer als bei den stärksten Pessimistinnen. Bei den Männern betrug der Unterschied in der Studie sogar 70 Prozent, haben die Forscher der Boston University of Medicine in der Studie herausgefunden.

Die Ergebnisse erschienen in den„Proceedings“ der US-Akademie der Wissenschaften („PNAS“). Die Forscher definierten einen Optimisten als einen Menschen, „der daran glaubt, dass gute Dinge passieren werden oder dass die Zukunft erstrebenswert ist, weil bestimmte Ziele verwirklicht werden können.“

Was hat die Studie der Forscher noch ergeben?

Die Forscher vermuten, dass Optimisten noch weitere Lebensvorteile haben: „Andere Studien legen nahe, dass optimistische Menschen ihre Emotionen und ihr Verhalten besser regulieren können. Und sie erholen sich besser von Stresssituationen und Schwierigkeiten“, so Co-Autorin Laura Kubzansky in einer Pressemitteilung der Boston University School of Medicine.

Auch seien Optimisten unter Umständen besser sozial integriert, was sich ebenfalls auf die Lebenserwartung auswirken könnte.

Optimismus sei zwar zum Teil genetisch bedingt, aber auch erlernbar, so die Forscher: „Diese Studie hat eine große Relevanz für die öffentliche Gesundheit, weil sie nahelegt, dass Optimismus einer der psychologischen Faktoren ist, die ein Menschenleben verlängern können. Interessanterweise lässt sich der Grad an Optimismus beeinflussen. Dafür gibt es recht einfache Methoden und Therapien“, so Erstautorin Lewina Lee in der Mitteilung. Die Ergebnisse der ganzen Studie findet ihr hier.

Studie hin oder her: Warum Pessimismus die Lebenserwartung verringert, ist den Forschern noch unklar. Sie vermuten aber, dass die körperlichen Auswirkungen bei Stress schuld sind.

Sind Optimisten glücklicher als Pessimisten?

Die Frage kann man ganz klar mit Ja beantworten. Der Optimist geht einfach zufriedener mit sich und seinem Umfeld durchs Leben. Er ist kein Schwarzseher, und fast immer zuversichtlich bezüglich der Dinge, die ihm im Leben begegnen. Nicht nur, dass er länger lebt und gesünder ist, er hat mehr Freunde, ist leistungsfähiger und hat glücklichere und erfülltere Beziehungen als Pessimisten. 

Der Pessimist sieht oftmals nur Gefahren und hat Angst zu scheitern, während die Optimisten selbst bei großen Herausforderungen und Krisen nie die Hoffnung aufgeben, nach dem Motto: „Es gibt immer einen Weg, es wird sich schon alles zum Guten entwickeln.“ Es ist genau diese Einstellung, die den Optimisten zufriedener und glücklicher macht.

Pessimisten lassen sich auch schneller entmutigen und geben früher auf. Während der Optimist den Stier bei den Hörnern packt, verfällt der Pessimist in Hoffnungslosigkeit und schlimmstenfalls in Depression. Eine Vielzahl psychologischer Studien hat nachweisen können, dass Optimisten selbst angesichts größerer Schwierigkeiten niemals ihren Mut verlieren. Sie haben ein größeres Selbstbewusstsein und sogar fast niemals Kummer.

Die Wissenschaft hat bewiesen, wer das Leben von seiner besten Seite betrachtet, hat viele Vorteile. Was könnte man den Pessimisten raten? Man kann im Leben nicht alles kontrollieren, Rückschläge gehören genauso dazu wie der Erfolg. Glaubt an euch selbst, und seit dankbar für das, was ihr habt.

Wir sollten es wie Winston Churchill sehen. „Der Pessimist sieht in jeder Möglichkeit ein Problem. Der Optimist sieht in jedem Problem eine Möglichkeit“. 

Freuen wir uns alle zusammen auf einen tollen Frühling, einen berauschenden Sommer, dass wir bald wieder verreisen können, uns mit Freunden und der Familie im Restaurant treffen können, auf die kommenden Weihnachtsmärkte und auf einen riesigen Silvesterabend 2021/22. Daumen hoch, Hurra wir leben noch!