Pollenallergie

5. März 2021

Mit dem Frühling kommen die Allergien

Mit dem Frühling kommen die Allergien

Der Frühling kommt in großen Schritten daher und ist für viele eine Freude. Die Natur erwacht und überall fängt es an zu blühen. Nur ist das nicht für alle von uns erfreulich, da nun auch die Zeit des Pollenflugs beginnt und damit das Leiden unter Allergien, insbesondere Heuschnupfen.

Das Coronavirus SARS-2 CoV hält das ganze Land fest im Griff und nun kommt für Menschen mit Atemwegsallergien auch noch der Pollenflug hinzu. Das sind keine schönen Aussichten für Allergiker.

Die wichtigsten Pollen in Deutschland sind Hasel, Erle, Kiefer, Esche, Birke, Akazie, Süßgräßer, Roggen, Beifuß und Ambrosia. Das Problem dabei ist, die Blühzeiten der Pollenarten können sich von Jahr zu Jahr verschieben, je nach Wetter und Temperaturverlauf setzt der Pollenflug früher oder später ein, dabei begünstigt warmes und trockenes Wetter den Pollenflug. 

Die Belastung in der Stadt ist am Abend am stärksten, auf dem Land dagegen morgens. Hört sich paradox an, ist aber so. Von daher solltet ihr in der Stadt immer morgens lüften und auf dem Land abends bis Mitternacht. Der Hustenreiz tritt bei Pollenallergikern meistens in der Nacht und früh morgens auf, wenn die Pollenbelastung äußerst hoch ist. Hat es einen erst mal erwischt, geht der Hustenreiz meistens mit erschwertem Atem oder Heuschnupfen einher. Das Ganze kann dann über mehrere Stunden so weitergehen.

Es beginnt meist schon Ende Februar und Anfang März mit Erlen und Haseln, anschließend folgen Pappel, Esche. Ende März kommen die Birkenpollen hinzu und Mitte Mai geht es mit den Gräserpollen weiter, die bis in den Frühherbst fliegen können. 

Im Sommer geht es weiter mit vielen Kräuterpollen, die sehr klein sind und vom Wind über weite Strecken verbreitet werden und so mit den Schleimhäuten der Allergiker häufig in Berührung kommen, Dazu zählen die Sommerkräuter, wie der Gemeine Beifuß, der Spitzwegerich und die Brennnessel. Für Allergiker ist es eine regelrechte Pflicht, ab dem Frühling einen Pollenkalender zu haben.

Gräserallergien 

Zu den am meisten verbreiteten Allergien gehören die Gräserpollenallergien. Die Frühblüher, eine sehr große Pflanzenfamilie, von denen es etwa 8000 Arten gibt, sind die am häufigsten vorkommenden Allergieauslöser.

Die stärksten allergischen Beschwerden sind auf die hochwachsenden Gräser der Futterwiesen zurückzuführen. Dazu gehören das Wiesen-Lieschgras (Phleum pratense), der Glatthafer (Arrhenatherum elatius) und das Gemeine Knäuelgras (Dactylis glomerata). Allergiker sollten generell Wiesen und Weiden meiden. 

Eine Gräserpollenallergie äußert sich durch Hautausschläge mit kleinen Quaddeln, juckende und gerötete Haut, geschwollene Augen, Fließschnupfen, geschwollene und gerötete Schleimhäute, Niesreiz bis hin zu Atemnot. Zu den Gräserpollen gehören die Süßgräser, Rauchgras, Knäuelgras, Wiesenrispengras, Getreide, Wiesenlieschgras und das Lolchgras.

Das Glaskraut ist auf dem Vormarsch

Ein gefährlicher und ganzjähriger Blüher, der sich in Deutschland verbreitet hat, ist das Glaskraut. Die Pollen des Glaskrauts enthalten sehr starke Allergene. Erwartet wird, dass über 80 Prozent der Allergiker auf diese Pollen reagieren. Eingewandert ist das Kraut aus den Mittelmeerländern. Das Problem ist: Es kann überall wachsen kannund blüht das ganze Jahr.

Die Birkenpollenallergie

Eine häufige und sehr aggressive Form der Pollenallergie ist die Birkenpollenallergie. Von März bis Ende Mai fliegen nicht nur Esche und Eiche, sondern eben auch die Birkenpollen, deren Flug kann sogar bis in den Juli andauern. Die Baumpollenallergene der Birke zählen zu den aggressivsten und stärksten und treten in gigantischer Anzahl auf. 

Ein einziger Baum soll bis zu 100 Millionen Pollen produzieren. Das feine Pulver der Birke dringt überall ein, es legt sich auf den Körper, die Haare, in die Kleidung und auf Oberflächen. Wissenschaftler sind der Meinung, dass bis zu 25 Prozent aller Pollenallergiker auf Birkenpollen reagieren. Die Symptome der Birkenpollenallergie sind äußerst unangenehm.

Dazu gehören geschwollene Augenlider, rote Bindehäute sowie juckende und tränende Augen. Die Lebensqualität der Betroffenen lässt zu wünschen übrig, um nicht zu sagen, sie wird stark einschränkt. Dazu gehört anhaltendes Niesen, das Anschwellen der Nasenschleimhäute, die Nase ist verstopft oder sie läuft ununterbrochen.

Oftmals klagen Birkenpollenallergiker auch über ein allgemeines Krankheitsgefühl, wie Abgeschlagenheit und Kopfschmerzen. Wird eine Birkenpollenallergie nicht behandelt, können die Atemwege darunter leiden. Langfristig kann das zu Asthma führen“.

Eine kleine Pollen- und Allergie-Geschichte

Schätzungsweise seit 300 Millionen Jahren gibt es schon den Pollenflug und er ist für mehr als die Hälfte aller Pflanzen auf der Erde zur Bestäubung unerlässlich.

Der Pollen wird von einer auf eine andere Blüte übertragen und vom Wind verbreitet. Das hat zur Folge, dass er auch in jede Ritze kommt. Der vom Wind verbreitete Pollen ist für viele Menschen mit Allergien verbunden.

Allergien sind krankhafte Reaktionen des Immunsystems, die von außen über die Atmung, den Magendarmtrakt, die Haut, Schleimhaut oder Blutgefäße ausgelöst werden.Der Begriff Allergie wurde 1906 von Clemens von Pirquet, einem Wiener Kinderarzt geprägt. Er gilt heute als Begründer der klinischen Allergielehre.

Aber schon 1565 hatte der italienische Chirurg Leonardo Botallo festgestellt, dass manche Menschen Schnupfen und Atemwegsverengungen zeigen, wenn sie sich in der Nähe blühender Rosen aufgehalten hatten. 1819 beschrieb der Londoner Arzt John Bostock eine von der Jahreszeit abhängige Nasenerkrankung. Im Jahr 1870 stellte Charles Blackley fest, dass Gräserpollen die auslösende Ursache für „Heuschnupfen“ sind.

Heute sind schätzungsweiseschon über 30 Prozentaller Menschen von Allergien betroffen, Tendenz steigend, obwohl es in den letzten Jahrzehnten keine befriedigende Erklärung für die Zunahme allergischer Erkrankungen gibt. Fest steht nur, dass Schnupfen, Niesen und juckende Augen auf dem Vormarsch sind.

Übertriebene Hygienemaßnahmen?

Auf Wikipedia haben wir dazu folgendes gefunden: Die Hygienehypothese – Einige Forscher führen den beobachteten Anstieg allergischer Erkrankungen in westlichen Industrieländern auf die sogenannte „Dreck- und Urwaldhypothese“ zurück. Diese geht von einer mangelnden Aktivierung („Unterforderung“) des Immunsystems – vor allem in der Kindheit und frühen Jugend – durch übertriebene Hygienemaßnahmen aus.

Es wird vermutet, dass der Kontakt mit bestimmten Bakterien insbesondere in den ersten Lebensmonaten wichtig ist, um das Immunsystem, das während der Schwangerschaft eher Typ2-T-Helferzellen-lastig ist, wieder in Richtung einer Typ1-T-Helferzellen-Antwort zu lenken, die weniger mit allergischen Reaktionen assoziiert ist. Eine prominente Studie zum Thema ist die ALEX-Studie. Ob das allerdings als Erklärung ausreicht, ist noch nicht bewiesen.

Auch das hat man herausgefunden: „Kinder von Frauen, die während der Schwangerschaft Kontakt zu Tieren, Getreide oder Heu hatten, bekommen im späteren Leben seltener allergische Atemwegs- und Hauterkrankungen. Für einen optimalen Schutz ist aber ein anhaltender Kontakt zu Nutztieren oder Getreide nötig“. Eindeutig belegt ist nur ein erhöhtes Allergierisiko für Kinder, bei denen entweder ein oder beide Elternteile Allergiker sind.

Erst einmal gilt es zu erkennen, ob ihr Allergiesymptome aufweist. Die wären: eine morgens häufig verstopfte Nase, Fließschnupfen, Niesreiz, Brennen oder Tränen der Augen, häufiges Kribbeln, Husten, Juckreiz im Rachen und in der Nase oder an den Augen. Auch Atembeschwerden können auftreten sowie Schwellungen und Rötungen an den Schleimhäuten.

Wer Allergiesymptome bekämpfen will, hat die Qual der Wahl: Augentropfen, Nasensprays oder doch lieber Tabletten? Das hängt zumindest für Mittel mit Antihistaminika nicht nur von den Symptomen ab, sondern auch von individuellen Vorlieben. Manche Allergiker schwören auf Augentropfen oder Nasenspray. Anderen ist die mehrmalige Anwendung am Tag zu mühselig, sie schlucken lieber eine Tablette.

Was können Pollenallergiker tun?

Was die medikamentöse Behandlung von Allergien betrifft, sind natürlich die Ärzte zuständig. Nun wir sind ja keine Ärzte, aber Ökotest.de hat in diesem Artikel einige sehr gute Ratschläge erteilt. 22 Allergie-Medikamente wurden begutachtet. „Augentropfen, Nasensprays oder doch lieber Tabletten? Das hängt zumindest für Mittel mit Antihistaminika nicht nur von den Symptomen ab, sondern auch von individuellen Vorlieben.

Wie könntet ihr euch noch vor dem Pollenflug schützen? Ihr könntet zum Beispiel eine FFP2 Schutzmaske im Freien tragen, das kennen wir ja nun schon zur Genüge und einige unter uns haben sich ja auch schon daran gewöhnt.

Wenn ihr befürchtet, dass ihr Pollenallergiker sein könntet, solltet ihr die Symptome von einem Arzt abklären lassen. 

Egal wie es kommt, ihr solltet den kommenden Frühling genießen.