Stressige Zeiten

24. März 2020

…bloß nicht die Nerven verlieren!

Zuerst einmal zu den Fakten:

Seit ein paar Tagen sind Bars, Clubs, Diskotheken, Kneipen, Fitnessstudios, Schwimmbäder, Spaßbäder, Saunen, Spielplätze, Sportplätze, Kinos, Spielhallen und Spielbanken zu.

Schulen, Kitas, Volkshochschulen, Musikschulen, Theater, Opernhäuser, Konzerthäuser, Museen, Messen und Ausstellungen sowie Freizeit- und Tierparks bleiben voraussichtlich erst mal bis Ende April geschlossen, aber das kann auch bis Ende Mai gelten.

Jetzt wurden die Einschränkungen noch einmal verschärft – zunächst für die nächsten zwei Wochen.

Demnach dürfen sich nicht mehr als zwei Personen, die nicht zum gleichen Haushalt gehören, in der Öffentlichkeit zusammen aufhalten.

Der Mindestabstand von 1,50 m muss dabei eingehalten werden.

Besonders zu beachten ist, dass man Treffen mit mehreren Personen auch nicht ins Private verlegen darf. Denn Gruppen feiernder Menschen auf öffentlichen Plätzen, in Wohnungen sowie privaten Einrichtungen sind angesichts der ernsten Lage inakzeptabel. Verstöße gegen die Kontakt-Beschränkungen sollen von den Ordnungsbehörden und der Polizei überwacht und bei Zuwiderhandlungen sanktioniert werden.

Einige Bundesländer erwägen sogar, den Katastrophenfall auszusprechen. Das Robert-Koch-Institut (RKI) rechnet mit einer schnellen Ausweitung der Epidemie. „Wir haben ein exponentielles Wachstum. Wir sind am Anfang einer Epidemie, die noch viele Wochen und Monate unterwegs sein wird“, sagt RKI-Chef Lothar Wieler.

Das RKI warnt vor 10 Millionen Infizierten in weniger als 100 Tagen. Der Charité-Virologe Christian Drosten geht davon aus, dass die Ausnahmesituation wegen der Pandemie ein Jahr dauern könnte.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn erwartet in den nächsten Monaten keine Rückkehr zum Normalzustand. „Das wird eher viele Monate so gehen als viele Wochen“, sagte er mit Blick gerade auf den Schutz von Älteren und Schwächeren am Donnerstag in Berlin.

„Da müssen wir klar miteinander sein in der Gesellschaft.“ Selbst wenn Einschränkungen gelockert werden könnten, werde es für bestimmte Gruppen weiter Schutz geben müssen.

Bloß nicht in einen Trübsinnsstrudel geraten

Die Krise bleibt für die nächsten Wochen ein täglicher Fortsetzungsroman, mit dem wir nun leben müssen. Hamstern, Egoismus und Panik helfen uns in dieser Situation nicht weiter, es gilt nun einen kühlen Kopf zu bewahren.

Alle müssen nun improvisieren und die Suche nach Schuldigen macht keinen Sinn. Die Medien überschütten uns minütlich mit neuen Hiobsbotschaften und auch die Aussagen von einigen Politikern und Wissenschaftlern verbreiten mehr Panik als Hilfe für die Bürger.

Schon warnen Virologen, wie Prof. Dr. med. Jonas Schmidt-Chanasit, dass die Verhängung einer längeren Ausgangssperre gesundheitliche Risiken für die deutsche Bevölkerung birgt. Wir werden das genau verfolgen.

Nach vorne schauen und umdenken

Aber was gibt es nun zu tun, wenn man wochenlang zuhause bleiben muss? Ganz einfach: Nach vorne schauen und umdenken. Natürlich ist es nicht ganz einfach im Home Office zu arbeiten und den Nachwuchs zu betreuen. Das Coronavirus und die Folgen – was man jetzt wissen muss und für sich tun kann.

Home-Spa in stressigen Zeiten: Wellnessparadies zuhause empfiehlt zum Beispiel die „FAZ“. In der Badewanne liegen, eine selbstgemischte Maske auftragen und dabei das Konzert eines Starpianisten hören: Für ein Wellnesswochenende muss man nicht unbedingt das Haus verlassen. Das ist ja ganz nett, das kann man ja auch mal machen, aber bestimmt nicht jeden Tag.

Zeit zum Lesen

Es stellen sich nun viele die Frage, wie wir den Alltag in den nächsten Wochen meistern können. Und wie kann man den Lagerkoller vermeiden? Wie erträgt man die Situation, ohne durchzudrehen? Jetzt bietet sich eine gute Gelegenheit, zum Klassiker der Abendunterhaltung zu greifen, dem Buch. Es eröffnet uns neue Welten, entführt in fremde Häuser und Gedanken, erweitert den Horizont, streichelt die Seele oder dient als Gute-Nacht-Literatur.

Hier eine Auswahl:

  • Jean Zieglers neues Buch „Die Schande Europas“, das am 20. Januar bei C. Bertelsmann auf Deutsch herausgekommen ist, sollte man lesen. Der Autor, ein Soziologe, war von 2000 bis 2008 UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung und von 2009 bis 2019 Vizepräsident des beratenden Ausschusses des UN-Menschenrechtsrats. „Die Schande Europas“ ist ein Weckruf an alle Europäer.
  • Da wäre „Muldental“ der neue, spannende Erzählband von Daniele Krien oder „Der Lichthof“ von Hartmut Lange, der aus vier Novellen und einem autobiografischen Text besteht. In diesem Werk verlieren die Männer den Glauben an die Vernunft. Passt hervorragend in unsere heutige Zeit.
  • Sasha Filipenkos neuer Roman „Rote Kreuze“ spielt in Russland, der Heimat des Autoren. Der Roman erinnert an eine Wiederbelebung der verlorenen russischen Seele. Es geht um das schwere Schicksal eines jungen Mannes und Tatjana, die mit über 90 Jahren das gesamte russische 20. Jahrhundert verkörpert.
  • Katrine Engberg, 1975 in Kopenhagen geboren und aufgewachsen, schreibt eine neue Kopenhagen-Thriller-Serie.  In „Glasflügel“ führen Jeppe Kørners Ermittlungen in ein kaputtes Gesundheitssystem. Hier kann man sagen: Krimi ist nicht gleich Krimi.
  • Allein und frei“, ist das Tagebuch der Autorin Vivienne de Watteville, die lange Zeit in Afrika lebte. Sie beschreibt die Verhaltensmuster in der Kolonialzeit und liefert ein faszinierendes Werk, in dem jeder Satz wahr klingt. „Du kannst bewaffnet und als Feind in den Urwald gehen – oder dich freundlich in etwas hineinbegeben, das nicht nur dir, sondern auch allen anderen Lebewesen gehört. Dazwischen gibt es nichts.“ Großartig – viel zu jung ist Vivienne de Watteville mit nur 57 Jahren an Krebs gestorben.

In einem weiteren Blogartikel werden wir uns damit auseinandersetzen was man in diesen Zeiten noch so alles machen kann. Wie hält man sich fit und bleibt gesund?, wird dabei eine Rolle spielen, aber auch, was man als Single macht, wenn man alleine zu Hause bleiben muss.

Wo und wie man Hilfe findet, beantworten wir wie folgt.

Was gibt es nun zu tun und wo findet man Hilfe?

1) Nachbarschaftshilfe
Diese Initiative verbindet Menschen der Risikogruppen (Alter 50+) mit Freiwilligen aus Nichtrisikogruppen für alltägliche Erledigungen, um maximale Schutzquarantäne unserer gefährdeten Mitbürger zu gewährleisten. Die ist hier erreichbar:

Kostenloser Telefonservice: 0800 08 200 20 | Mo – Fr: 9 – 17 Uhr

alternativ
Quarantäne Helden

2) Studenten helfen Schülern in den Corona-Ferien
Sie kennen Schüler, die in den Corona-Ferien kein Home-Schooling durch die Eltern bekommen können oder einen universitären Abschluss haben und sich selbst als Tutor registrieren möchten? Das ist hier möglich.

3) Sie sind Medizinstudent oder kennen einen?
Hier können Sie ihre Hilfe anbieten.

4) 3D-Druck Firma bietet kostenlose Dienste für Krankenhäuser an
Sie arbeiten im Krankenhaus oder kennen Leute, die dort arbeiten? 3D-Natives bieten kostenlose Druckressourcen für folgende Kategorien an: Krankenhäuser, Ärzte, Gerätehersteller. Wenn jemand von euch für ein Krankenhaus arbeitet und Masken oder andere Ausrüstungsgegenstände benötigt, können 3D-Natives alle Teile, die benötigt werden, modellieren und herstellen. Die sind hier erreichbar.

5) Sie haben PCR-Skills?
Die Charité (Labor Berlin) braucht dringend Wissenschaftler, die bei den Tests auf Covid-19 helfen. Wenn Sie Fähigkeiten (hauptsächlich PCR-basierte Assays) haben und Ihr Labor jetzt stillgelegt ist, überlegen Sie bitte, ob Sie ihre Skills anbieten können, damit die Testkapazität in Deutschland maximiert werden kann. Anmelden geht über den folgenden Link: Klick hier.

6) Sie wollen sich weiter informieren?
COVID-19 Curriculum von der Harvard Medical School. Wird jeden Freitag aktualisiert.

Kopf hoch und bleiben Sie gesund!