Veganuary

Eine globale Bewegung

Habt ihr schon einmal darüber nachgedacht, wie viele Gedenktage es gibt? Es gibt den Datenschutztag, den Internationalen Tag der Frau, den Welttag der Pressefreiheit, den Internationalen Tag gegen Homophobie, den Europäischen Tag des Denkmals. Und es gibt noch weitere, wie den Weltflüchtlingstag, den Europäischen Tag der Sprachen und den Tag der Vereinten Nationen.Nun gibt es eine Ausnahme. Die Veganer haben nicht nur einen Tag für sich beansprucht, sondern gleich einen ganzen Monat.

Veganuary 2023

Der Veganuary findet bereits zum zehnten Mal statt, und damit ist der Januar als Aktionsmonat für vegane Ernährung inzwischen fast zu einer Institution geworden. Und es beteiligen sich mehr und mehr Menschen, Händler und Unternehmen, so heißt es. 2023 erwarten die Initiatoren des Veganuary, der gleichnamigen gemeinnützigen Organisation aus England, eine neue Rekordteilnahme an der Aktion. Sie rufen dazu auf, sich im Januar und darüber hinaus vegan zu ernähren. Laut der Organisation ist eine vegane Ernährung eine der effektivsten Maßnahmen, um die Umwelt zu schützen, Tierleid zu vermeiden, den Klimawandel aufzuhalten und die Gesundheit von Millionen von Menschen zu verbessern.

Laut einer aktuellen YouGov-Umfrage haben bereits mehr als drei Millionen Erwachsene in Deutschland (4,4 Prozent) bewusst am Veganuary teilgenommen.

Im vergangenen Jahr registrierten sich offiziell mehr als 629.000 Teilnehmer unter www.veganuary.com/mitmachen für die Challenge mit begleitendem Newsletter. Jetzt geht die Aktion in die zehnte Runde, mit namhaften Partnern.

Im Vergleich zu allen anderen Ländern der Welt gibt es im Vereinigten Königreich die meisten Veganer mit einem Veganer-Anteil von 8 %. Überall in der westlichen Welt steigt die Zahl der Veganer rasant an. Sie stieg in den USA von 3 % (2020) auf 5 %.

Vegetarismus und Veganismus sind auch in Deutschland weiter auf dem Vormarsch. Dort ernähren sich zwar nur 2 % der Bevölkerung vegan (2022), aber etwa 10 % aller Deutschen ernähren sich vegetarisch, was Deutschland zum Land mit dem höchsten Anteil an pflanzlichen Essern in Europa macht. Gleichzeitig wächst der Markt mit vegetarischen und veganen Produkten in Deutschland jedes Jahr zwischen 25 und 33 %. Der Markt für vegane Fleisch-, Milch- und Käsealternativen ist in Deutschland zwischen 2018 und 2020 sogar um 97 % gewachsen. In Deutschland liegt der Anteil der veganen Produkt-Neueinführungen bei 15 %. Damit ist Deutschland weltweit die Nummer 1, dicht gefolgt von Großbritannien und den USA.

Auch weltweit wächst der Markt für vegane Lebensmittel. Die jetzige Marktgröße von 15,77 Milliarden US-Dollar soll bis 2025 um 41 % auf 22,27 Milliarden US-Dollar ansteigen. Mehr Informationen findet ihr hierzu unter https://veganivore.de/anzahl-veganer-statistiken-fakten/

Die Niederlande stehen weltweit an elfter Stelle, was die Beliebtheit der veganen Lebensweise angeht. Vegane Fast-Food-Ketten tauchen immer wieder an Straßenecken in den größten Städten des Landes auf.

Aber auch in Südeuropa finden sich immer mehr Anhänger einer pflanzlich-basierten Ernährungsweise: So bezeichnen sich etwa 30 % der spanischen Verbraucher als Flexitarier, während 6 % eine pflanzliche Ernährung bevorzugen. Dies geht aus einer kürzlich durchgeführten Umfrage des Smart Protein Project hervor.

Vegane Ernährung mit präventivem Potenzial

Das hat seine Gründe: Forscher des „Massachusetts General Hospital“ haben herausgefunden, dass Menschen mit veganer Ernährung im Durchschnitt eine höhere Lebenserwartung haben als Personen, die gerne zu Fleisch- und Milchprodukten greifen. Es hat sich gezeigt, dass eine vegane Ernährung vor Herzerkrankungen schützen, den Cholesterinspiegel senken und sogar das Hautbild verbessern kann.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung hat herausgefunden, dass Veganer seltener von Übergewicht oder Adipositas betroffen sind als Mischköstler. Das kann daran liegen, dass Fleischerzeugnisse und Milchprodukte gegenüber Obst, Gemüse oder Hülsenfrüchten in der Regel deutlich kalorienhaltiger sind. Zahlreiche Studien belegen das präventive Potenzial einer veganen Ernährungsweise. Sie wird daher auch von immer mehr Ernährungsfachgesellschaften weltweit als gesunde Dauerkostform eingestuft, die das Risiko für viele Zivilisationskrankheiten senken kann.

Die vegane Ernährung kann helfen, vielen Volkskrankheiten vorzubeugen und sie sogar zu heilen. Zudem ist sie ein Beitrag, den Problemen des Antibiotikamissbrauchs in der Tierhaltung und der Entstehung von Resistenzen entgegenzuwirken.

Zivilisationskrankheiten wie Herzinfarkt, Krebs und Diabetes treten daher bei Menschen, die sich ausschließlich pflanzlich ernähren, deutlich seltener auf. Neben der gezielten Nahrungsauswahl liegt dies auch an einer insgesamt gesunden Lebensweise.

Spätestens nachdem die junge Medizinstudentin Giulia Enders ihr Buch „Darm mit Charme“ veröffentlichte und damit einen Bestseller landete, weiß man, wie wichtig eine richtige Ernährung ist. Im Vergleich zu Fleischessern weisen Veganer/Vegetarier immer ein vielfältigeres Mikrobiom auf. Eine Ernährungsumstellung auf vegan/vegetarisch bewirkt innerhalb von einer Woche messbare Verbesserungen der Darmflora. Wird wieder Fleisch gegessen, kehrt sich der Effekt um.

Angst und Stress mit veganer Ernährung überwinden

Forscher haben in einer Studie herausgefunden, dass sich eine pflanzliche Ernährungsweise zudem positiv auf das psychische Wohlbefinden auswirken kann. Sie untersuchten diesen Zusammenhang, indem sie Veganer, Vegetarier und Menschen, die beide Ernährungsweisen vereinbaren, untersuchten. Dabei orientierten sie sich an dem „Depression Anxiety Stress Scale – 21“. Die Ergebnisse waren erstaunlich.

Unter den untersuchten Gruppen wiesen Veganer die niedrigsten Stresswerte auf. Hinzu kommt auch, dass sie die niedrigsten Werte bei Zuständen von Ängstlichkeit aufzeigten. Dies zeigt, dass Ernährung sich unter Umständen stärker auf das psychische Wohlbefinden auswirken kann, als wir bisher angenommen haben.

Veganer schlafen besser

Denn um schwere Kost zu verdauen, muss der Körper reichlich Energie aufwenden und hat keine Zeit, sich richtig zu entspannen. Der Umkehrschluss der Studie? Vegane Ernährung sowie fettarme Lebensmittel entlasten den Körper und könnten damit die Lösung bei Schlafproblemen sein oder diese zumindest lindern.

Nun ist das alles nicht ganz neu:  Schon Hildegard von Bingen setzte vor mehr als 800 Jahren auf die ganzheitliche Heilung aus der Natur und trifft damit heute genau den Nerv jener bewussten Lifestyle-Bewegung, die auf Achtsamkeit, Ernährung und Selbstbestimmung Wert legt. Kräuter, Gemüse und Obst standen ganz oben auf der Liste ihrer Ernährungsvorschläge.

Bei der Hildegard-Ernährungslehre ist zu beachten, dass zu Lebenszeiten Hildegards Pflanzen wie Tomaten, Kartoffeln und exotische Früchte noch nicht bekannt waren, sie deren Wirkung auf den Körper also nicht beschreiben konnte.

Preisanstiege setzen Biomarkt-Branche unter Druck

Landwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) will den Bio-Anteil bei der Ernährung verdreifachen. Die Verbraucher werfen die teure Ware aber vermehrt aus ihren Warenkörben, und auch der Anreiz für Landwirte für die aufwendige Produktion sinkt. „Verlierer der Inflation – die Deutschen setzen immer weniger auf Bio“, titelte Welt-Online.

Das Geschäft mit Biolebensmitteln in Deutschland hat nach Branchenangaben im letzten Jahr wohl einen ungewohnten Dämpfer erhalten. „Der deutsche Öko-Markt schrumpfte 2022 zum ersten Mal in seiner Geschichte“, heißt es in einem Marktbericht des Deutschen Bauernverbands zum Jahreswechsel.

Bis Ende Oktober sei der Ökoumsatz um 4,1 Prozent gesunken. Besonders dramatisch seien die Einbußen beim Naturkostfachhandel und im Direktverkauf gewesen, heißt es in dem Bericht, welcher der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Für die besonders starke Verunsicherung der Bio-Bauern gibt es Ursachen:

Die rasanten Preissteigerungen für Lebensmittel, die 2022 um fast ein Fünftel teurer geworden sind. Zudem suchen die Verbraucher preisgünstigere Alternativen, geben also weniger Geld für Bio-Waren aus. Die Menschen in Deutschland müssen sparen und finden günstigere Alternativen bei konventioneller Ware.

Das bleibt nicht ohne Folgen. Biomärkte in der Krise: Zuletzt beantragte der Filialist Basic eine Insolvenz im Schutzschirmverfahren. Betroffen sind 520 Mitarbeiter in 20 Läden. Auch Superbiomarkt mit 30 Filialen und 700 Mitarbeitern ist in der Schutzschirm-Insolvenz.

Hoffen wir also gemeinsam, dass sich das wieder bessert. Bleibt gesund!

 

 

Quellen:

eatsmarter.de  studien  ernaehrung

veganblatt.com/psyche-vegan

albert-schweitzer-stiftung.de

https://veganivore.de/

https://smartproteinproject.eu/

 

 

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