Faszien-Verklebungen

18. Dezember 2018

Die häufigsten Ursachen für verklebte Faszien.

Die häufigsten Körperregionen verklebter Faszien und deren Ursachen

Faszien sind die Weichteil-Komponente des Bindegewebes. Sie durchziehen den gesamten Körper und erfüllen vielfältige Aufgaben (z.B. die Formgebung der Organe). Doch was bedeutet es, wenn die Strukturen verhärten und allgemein von verklebten Faszien die Rede ist? Welche Körperregionen sind besonders häufig hiervon betroffen und worin liegen mögliche Ursachen? Diese Fragen werden im folgenden Artikel beantwortet.

Verklebte Faszien – häufig betroffene Körperbereiche

Der Rücken sowie der Nacken- und der Schulterbereich sind besonders häufig von beeinträchtigten Faszien betroffen. Das ist in erster Linie darauf zurückzuführen, dass diese Körperregionen im Arbeitsalltag zum Teil stundenlang in ein und derselben Position verharren. Die Folge sind verhärtete Faszien, Schmerzen und eine Schonhaltung, die wiederum die Überlastung von anderen Körperstellen bewirkt. Das lässt wiederum die dort angesiedelten Faszien verkleben. Ein Teufelskreislauf entsteht.

Häufige durch verklebte Faszien bedingte Beschwerden:

  • Rückenschmerzen
  • Nackenschmerzen
  • Schulterschmerzen
  • Bauchschmerzen
  • Gelenkschmerzen
  • Sehnenentzündungen und -reizungen

Merke: Da das Fasziengewebe den gesamten Körper durchzieht und somit sozusagen alles miteinander verbunden ist, wirkt sich eine veränderte Spannung der Faszien an einem Ort häufig auch auf die Faszien anderer Körperbereiche aus.

Häufige Ursachen für verklebte Faszien

Der natürliche Feind des Bindegewebes heißt Bewegungsmangel. Wenn sich der Mensch nicht ausreichend bewegt, verliert das Fasziengewebe seine stabile und zugleich geschmeidige Struktur und es verhärtet, verfilzt und verklebt. Wie bereits ausgeführt, bewirken die dadurch entstehenden Schmerzen eine Schonhaltung, wodurch die Beschwerden zusätzlich verstärkt werden, da verklebte Faszien nun auch an anderen (durch die Schonhaltung überlasteten) Stellen auftreten.

Dauerhafter Stress

Auch Stress kann zu verklebten Faszien führen. Das ist auf die in einer Stresssituation ausgeschütteten Hormone zurückzuführen. Diese bewirken eine Anspannung der Faszien und dauert die psychische Belastung länger an, verhärten diese, was zu schmerzendem Fasziengewebe führt.

Hinweis: In der Medizin wird davon ausgegangen, dass der heutzutage omnipräsente Stress eine der Hauptursachen für verklebte Faszien und somit auch für chronische Rücken-, Nacken- und Schulterschmerzen ist.

Wenn Fibrin seine Aufgabe am falschen Ort erfüllt

Neben Faszien enthält das Bindegewebe weitere Gewebearten als auch Blut- und Lymphgefäße. Letztere sind für die Versorgung der Zellen mit Nährstoffen sowie für den Schadstoff-Abtransport von diesen verantwortlich. Um diese Aufgaben erfüllen zu können, sind die Gefäße auf Muskelaktivität angewiesen. Hieraus ergibt sich die Tatsache, dass eine länger anhaltende Muskelverspannung eine Beeinträchtigung der Nährstoffversorgung und des Abtransports von Schadstoffen bewirkt.

Kann eine Körperregion von den Lymphen nicht “angesteuert“ werden, ist davon auch der Transport des Fibrinogens, ein Glykoprotein, betroffen. Dieser Blutgerinnungsfaktor wird im Falle eines Lymphstaus zu Fibrinum gewandelt, ein körpereigener Klebstoff, dessen Aufgabe das Schließen von Wunden ist. Es besteht jedoch keine Wunde! Deshalb verklebt das Fibrin das umliegende Fasziengewebe und Schmerzen entstehen.

Eine körperliche Übersäuerung

Eine ungesunde Lebens- und Ernährungsweise kann den Organismus übersäuern. In solch einem sauren Milieu geht die Flexibilität der Faszien verloren – verhärtete, verfilzte und verklebte Faszien sind die Folge. Darüber hinaus reizt das saure Milieu das Fasziengewebe sowie die von diesem umhüllten Nerven, was körperliche Entzündungen sowie undefinierbare Schmerzen bewirken kann.

Verklebte Faszien im hohen Alter

Je älter wir werden, desto geringer ist der Gesamtflüssigkeitsanteil unseres Körpers. Da auch das Fasziengewebe von diesem Flüssigkeitsverlust betroffen ist, wird der faserige Anteil des Gewebes immer größer, während die wässrigen Anteile zurückgehen. Die Folge ist ein Fasziengewebe, das sich vor allem aus festen, unflexiblen Kollagenfasern zusammensetzt. Zudem verändert sich die räumliche Struktur der Faszien, sodass diese ineinander wachsen – verklebte Faszien sind die Folge. Hierunter leidet dann die Beweglichkeit der betroffenen Regionen und das Strecken und Beugen der Gelenke wird zunehmend von starken Schmerzen begleitet.

Die Faszien als “unterschätzte“ Ursache für Beschwerden

Verklebte Faszien ziehen allgemein zwei große Probleme nach sich. Zum einen verlieren die Strukturen ihre Flexibilität und ihre Zugkraft,was die Bewegungen in der jeweiligen Muskelregion deutlich einschränkt. Und zum anderen kann verklebtes Gewebe die umgebenden Faszien quetschen. Beides führt zu Schmerzen in einer Körperregion.

Das Tückische dabei: Verklebte Faszien sind auf Röntgenbildern, die häufig die erste Wahl bei der Diagnosestellung sind, nicht zu erkennen. Das führt nicht selten zu Fehldiagnosen und dementsprechend zu falschen Therapiemaßnahmen.

Merke: Wissenschaftler haben herausgefunden, dass nur knapp 20 Prozent der Rückenleiden im Zusammenhang mit den Bandscheiben stehen. Verklebte Faszien (und andere Ursachen) sind also weitaus häufiger der Auslöser solcher Beschwerden, als bisher angenommen.

Verklebte Faszien? Das muss nicht sein!

 Mit einem speziellen Faszientraining lässt sich das Fasziengewebe sehr gut stärken und verklebte Faszien im Rücken-, Nacken- und Schulterbereich können gelöst werden. Alles, was man hierfür benötigt, ist eine Faszienrolle. Zudem ist es wichtig, dass das Training regelmäßig durchgeführt wird.